Als Besitzer eines Elektroautos leisten Sie einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Wussten Sie, dass Sie dafür eine jährliche Prämie von oft über 100 Euro erhalten können? Die Treibhausgasminderungs-Quote, kurz THG-Quote, macht es möglich. Viele Halter von E-Fahrzeugen wissen jedoch nicht, wie sie an dieses Geld kommen oder scheuen den vermeintlichen Aufwand. Die gute Nachricht: Die THG-Quote zu beantragen ist unkompliziert und in wenigen Minuten erledigt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich die Prämie sichern.
* Wer es bekommt: Jeder Halter eines reinen Batterie-Elektrofahrzeugs (BEV) in Deutschland ist anspruchsberechtigt.
* Was Sie brauchen: Sie benötigen lediglich Ihre Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein).
* Wie es geht: Sie wählen einen THG-Anbieter, laden ein Foto Ihres Fahrzeugscheins hoch und geben Ihre Daten an.
* Wie oft: Sie können die Prämie einmal pro Kalenderjahr für jedes Ihrer E-Fahrzeuge beantragen.
Was genau steckt hinter der THG-Quote?
Das Prinzip der THG-Quote ist clever. Unternehmen, die fossile Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel verkaufen, sind gesetzlich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen jedes Jahr zu senken. Schaffen sie das nicht, drohen hohe Strafzahlungen. Hier kommen Sie ins Spiel: Mit Ihrem E-Auto sparen Sie nachweislich CO₂ ein. Dieses Einsparpotenzial wird Ihnen in Form eines Zertifikats zugeschrieben.
Da Sie dieses Zertifikat als Privatperson nicht direkt an die Mineralölkonzerne verkaufen können, treten spezialisierte THG-Anbieter als Vermittler auf. Sie bündeln tausende Zertifikate von E-Autofahrern, verkaufen diese an die Konzerne und zahlen Ihnen nach Abzug einer Provision Ihre persönliche THG-Prämie aus. Der ganze Prozess wird vom Umweltbundesamt überwacht und bestätigt, was für Sicherheit und Transparenz sorgt.
In 3 Schritten zur Prämie: Eine einfache Anleitung
Der Weg zu Ihrer Prämie ist kürzer, als Sie vielleicht denken. Im Grunde sind es nur drei simple Schritte, die Sie von der Auszahlung trennen.
Schritt 1: Den passenden THG-Anbieter finden
Der Markt für THG-Anbieter ist gewachsen. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die Konditionen zu vergleichen. Achten Sie dabei nicht nur auf die Höhe der versprochenen Prämie, sondern auch auf die Auszahlungsmodelle. Manche Anbieter garantieren einen festen Betrag (Fixprämie), während andere einen variablen Anteil am Markterlös anbieten (Flexprämie). Auch die angegebene Auszahlungsgeschwindigkeit und Nutzerbewertungen sind gute Indikatoren für die Seriosität eines Anbieters.
Schritt 2: Daten eingeben und Fahrzeugschein hochladen
Haben Sie sich für einen Anbieter entschieden, folgt die eigentliche Registrierung. Diese dauert meist nicht länger als fünf Minuten. Sie geben Ihre persönlichen Daten (Name, Adresse, E-Mail) und Ihre Bankverbindung für die Auszahlung an. Der wichtigste Teil ist der Nachweis, dass Sie Halter eines E-Autos sind. Dafür laden Sie einfach ein Foto oder einen Scan der Vorderseite Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) hoch. Achten Sie darauf, dass alle Angaben gut lesbar sind.

Schritt 3: Zurücklehnen und auf die Auszahlung warten
Das war es schon! Nach dem Hochladen Ihrer Dokumente übernimmt der Anbieter den Rest. Er prüft Ihre Unterlagen, reicht sie beim Umweltbundesamt ein und wartet auf die offizielle Bestätigung. Dieser Prozess kann einige Wochen bis wenige Monate in Anspruch nehmen. Sobald das Zertifikat bestätigt und verkauft ist, überweist der Anbieter die Prämie direkt auf Ihr Konto.
Worauf Sie bei der Anbieterauswahl achten sollten
Um den besten Deal für sich herauszuholen, sollten Sie bei der Auswahl des Anbieters ein paar Punkte genauer betrachten. Diese Kriterien helfen Ihnen bei der Entscheidung:
- Auszahlungsmodelle: Entscheiden Sie sich zwischen einer garantierten Fixprämie für maximale Planungssicherheit oder einer potenziell höheren, aber schwankenden Flexprämie.
- Auszahlungsdauer: Einige Anbieter bieten Sofortauszahlungen an, die aber meist etwas niedriger ausfallen. Die reguläre Wartezeit beträgt oft 8-14 Wochen.
- Vertragskonditionen: Prüfen Sie, ob sich der Vertrag automatisch für das Folgejahr verlängert. Die meisten Verträge sind auf ein Kalenderjahr beschränkt, was Ihnen Flexibilität für einen Wechsel gibt.
- Gesamtkosten: Neben dem Bonus für Ihr Fahrzeug spielt auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Die THG-Prämie ist eine hervorragende Ergänzung zu den Ersparnissen, die Sie durch das E-Auto laden zuhause bereits erzielen.
Ein guter Anbieter kommuniziert transparent und bietet einen gut erreichbaren Kundenservice. Vergleichen Sie auch die Konditionen Ihrer E-Auto Versicherung im Vergleich, um Ihr Sparpotenzial voll auszuschöpfen.
Fazit: Ein jährlicher Bonus mit minimalem Aufwand
Die THG-Quote zu beantragen ist eine der einfachsten Möglichkeiten, die Betriebskosten Ihres Elektroautos weiter zu senken. Der Prozess ist vollständig digitalisiert, erfordert nur wenige Minuten Ihrer Zeit und belohnt Sie direkt für Ihre umweltfreundliche Entscheidung. Lassen Sie sich dieses Geld nicht entgehen und denken Sie daran, die Prämie jedes Jahr aufs Neue zu beantragen, um dauerhaft zu profitieren.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft kann ich die THG-Quote beantragen?
Sie können die THG-Prämie einmal pro Kalenderjahr für jedes auf Sie zugelassene, rein elektrische Fahrzeug beantragen. Ein neuer Antrag ist also jedes Jahr ab dem 1. Januar möglich.
Gilt die THG-Prämie auch für Hybrid-Fahrzeuge?
Nein, die Prämie ist ausschließlich für reine Batterie-Elektrofahrzeuge (BEV) vorgesehen. Plug-in-Hybride (PHEV) oder Vollhybride sind von der Regelung ausgeschlossen.
Muss ich die THG-Prämie versteuern?
Für Privatpersonen ist die Einnahme aus der THG-Prämie nach aktueller Auffassung des Bundesfinanzministeriums steuerfrei. Bei Dienstwagen, die zum Betriebsvermögen zählen, muss die Prämie als Betriebseinnahme versteuert werden.
Was passiert, wenn ich mein E-Auto im Laufe des Jahres verkaufe?
Anspruch auf die Prämie hat die Person, die am Stichtag (meist der 1. Januar) als Halter im Fahrzeugschein eingetragen war und den Antrag stellt. Der neue Besitzer kann die Prämie erst im darauffolgenden Jahr für sich beanspruchen.
Kann ich den Anbieter jedes Jahr wechseln?
Ja, in der Regel können Sie den THG-Anbieter jedes Jahr frei wählen. Prüfen Sie jedoch die Vertragsbedingungen auf eventuelle automatische Verlängerungsklauseln, die Sie rechtzeitig kündigen müssten.