Der Gedanke an die Börse wirkt auf viele Einsteiger kompliziert und unübersichtlich. Unzählige Aktien, komplexe Analysen und das ständige Auf und Ab der Märkte können abschreckend sein. Doch es gibt einen bewährten Weg, um auch ohne Expertenwissen am Wachstum der Wirtschaft teilzuhaben: Investmentfonds. Sie bieten eine strukturierte und zugängliche Möglichkeit, Ihr Geld anzulegen.
Dieser Ratgeber erklärt Ihnen verständlich, was Investmentfonds sind, wie sie funktionieren und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind. Wir zeigen Ihnen, warum Fonds oft der ideale erste Schritt in die Welt der Geldanlage sind.
* Professionelles Management: Experten, sogenannte Fondsmanager, treffen die Anlageentscheidungen für den Fonds.
* Breite Streuung: Durch die Investition in viele verschiedene Titel wird das Risiko im Vergleich zum Kauf einer einzelnen Aktie reduziert.
* Hohe Flexibilität: Fondsanteile können in der Regel börsentäglich gekauft und verkauft werden.
* Zugang für alle: Schon mit kleinen monatlichen Beträgen können Sie über Fondssparpläne in Investmentfonds investieren.
Was ist ein Investmentfonds? Eine einfache Erklärung
Stellen Sie sich einen großen Korb vor. Viele verschiedene Personen legen Geld in diesen Korb. Ein erfahrener Finanzexperte nimmt dieses gesammelte Geld und kauft davon eine bunte Mischung aus Früchten – also Aktien, Anleihen oder Immobilien. Jeder, der Geld in den Korb gelegt hat, besitzt nun einen Anteil an diesem prall gefüllten Früchtekorb. Das ist im Grunde die Idee eines Investmentfonds.
Ein Investmentfonds ist also ein Sammelvermögen, das von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) aufgelegt wird. Diese Gesellschaft sammelt Geld von Anlegern und investiert es nach einer festgelegten Anlagestrategie in ein breit gestreutes Portfolio. Durch den Kauf von Fondsanteilen werden Sie Miteigentümer an diesem Sondervermögen. Der große Vorteil liegt in der sofortigen Risikostreuung: Fällt der Wert einer einzelnen Anlage, wird der Verlust durch die Gewinne anderer Anlagen im Fonds abgefedert.
Wie funktioniert ein Investmentfonds genau?
Der Prozess ist unkompliziert. Sie als Anleger kaufen Anteile am Fonds zu einem bestimmten Preis, dem sogenannten Anteilspreis. Dieser Preis wird täglich auf Basis des Gesamtwertes aller im Fonds enthaltenen Anlagen (Aktien, Anleihen etc.) neu berechnet. Steigt der Wert des Fondsvermögens, steigt auch der Wert Ihrer Anteile – und umgekehrt.
Um Fondsanteile zu erwerben, benötigen Sie ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Haben Sie sich für ein Depot entschieden und es eröffnet, können Sie den gewünschten Fonds über seine eindeutige Kennnummer (WKN oder ISIN) suchen und kaufen. Die Gewinne erzielen Sie entweder durch Kurssteigerungen der Anteile, die Sie bei einem späteren Verkauf realisieren, oder durch regelmäßige Ausschüttungen des Fonds.
Die wichtigsten Arten von Investmentfonds im Überblick
Fonds lassen sich nach den Anlageklassen unterscheiden, in die sie investieren. Die Wahl des richtigen Fondstyps hängt stark von Ihrer persönlichen Risikobereitschaft und Ihren Anlagezielen ab.
Aktienfonds
Diese Fonds investieren hauptsächlich in Aktien von Unternehmen. Sie bieten die höchsten Renditechancen, unterliegen aber auch den stärksten Kursschwankungen. Aktienfonds eignen sich für langfristig orientierte Anleger mit einer höheren Risikotoleranz.
Rentenfonds
Rentenfonds legen das Geld der Anleger in festverzinsliche Wertpapiere, auch Anleihen oder Rentenpapiere genannt, an. Das sind quasi Kredite an Staaten oder Unternehmen. Sie gelten als risikoärmer als Aktienfonds und bieten dafür in der Regel geringere, aber stabilere Erträge.
Mischfonds
Wie der Name schon sagt, investieren Mischfonds sowohl in Aktien als auch in Anleihen. Das Fondsmanagement passt die Gewichtung je nach Marktlage an, um ein ausgewogenes Verhältnis von Renditechancen und Sicherheit zu schaffen. Sie sind ein guter Mittelweg für viele Anleger.
ETFs (Exchange Traded Funds)
Eine besondere Form sind ETFs. Meist bilden sie passiv einen bestimmten Marktindex wie den DAX nach. Da sie kein aktives Fondsmanagement benötigen, sind ihre Kosten oft deutlich niedriger. Wenn Sie mehr über die Details erfahren möchten, lesen Sie unseren Artikel „Was ist ein ETF?“.
Die Vor- und Nachteile von Investmentfonds abgewogen
Wie jede Geldanlage haben auch Investmentfonds ihre Stärken und Schwächen. Eine ehrliche Betrachtung hilft Ihnen bei der Entscheidung.
Vorteile von Investmentfonds
- Professionelles Management: Sie überlassen die komplexen Anlageentscheidungen erfahrenen Experten.
- Breite Risikostreuung: Ihr Geld wird auf viele verschiedene Wertpapiere verteilt, was das Risiko minimiert.
- Einfacher Zugang: Sie können schon mit kleinen Beträgen (z.B. 25 Euro pro Monat) in einen Fondssparplan investieren.
- Hohe Transparenz: Fonds unterliegen strengen gesetzlichen Regelungen und der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Nachteile und Risiken
- Kosten: Für Verwaltung und Vertrieb fallen Gebühren an (z.B. Gesamtkostenquote TER, Ausgabeaufschlag), die Ihre Rendite schmälern.
- Marktrisiko: Der Wert von Fondsanteilen kann schwanken und auch fallen. Eine Garantie auf Gewinne gibt es nicht.
- Keine individuelle Kontrolle: Sie geben die Kontrolle über die Auswahl der einzelnen Titel an das Fondsmanagement ab.
Für wen eignen sich Investmentfonds?
Investmentfonds sind besonders gut für Anleger geeignet, die langfristig Vermögen aufbauen möchten, aber nicht die Zeit oder das Wissen haben, sich täglich mit Einzelaktien zu beschäftigen. Sie sind der klassische Einstieg für alle, die mit dem Investieren beginnen und sind ein zentraler Baustein für jeden, der sich mit dem Thema Aktien für Anfänger beschäftigt.
Besonders beliebt sind Fondssparpläne. Mit einem regelmäßigen Sparplan kaufen Sie monatlich Anteile für einen festen Betrag. So profitieren Sie vom Cost-Average-Effect, indem Sie bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile erwerben. Das glättet den durchschnittlichen Einkaufspreis über die Zeit.
Fazit: Der smarte Einstieg in die Welt der Geldanlage
Investmentfonds nehmen dem Thema Geldanlage einen Großteil seiner Komplexität. Sie bieten eine bewährte, transparente und zugängliche Methode, um am Kapitalmarkt zu partizipieren, Risiken zu streuen und langfristig Vermögen aufzubauen. Statt auf das eine „goldene“ Händchen bei der Aktienauswahl zu hoffen, setzen Sie auf die gebündelte Kraft eines breit aufgestellten Portfolios, das von Profis verwaltet wird. Für die meisten Privatanleger sind sie daher das ideale Instrument für den Vermögensaufbau.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Fonds und einer Aktie?
Mit einer Aktie kaufen Sie einen Anteil an einem einzigen Unternehmen. Ein Fondsanteil hingegen repräsentiert einen kleinen Teil eines großen Portfolios, das aus vielen verschiedenen Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren bestehen kann.
Wie sicher sind Investmentfonds?
Das Fondsvermögen ist als „Sondervermögen“ gesetzlich geschützt und wird getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft aufbewahrt. Im Falle einer Insolvenz der Gesellschaft ist Ihr Geld sicher. Dennoch unterliegen die im Fonds enthaltenen Anlagen dem allgemeinen Marktrisiko, ihr Wert kann also fallen.
Was kostet ein Investmentfonds?
Die wichtigsten Kosten sind der Ausgabeaufschlag (eine einmalige Gebühr beim Kauf) und die laufenden Verwaltungskosten, die in der Gesamtkostenquote (TER) zusammengefasst sind. Bei Online-Brokern entfällt der Ausgabeaufschlag oft, achten Sie daher auf die Konditionen.
Kann ich mit Investmentfonds Geld verlieren?
Ja, das ist möglich. Der Wert von Investmentfonds ist an die Entwicklung der Kapitalmärkte gekoppelt und kann schwanken. Ein Totalverlust ist bei breit gestreuten Fonds jedoch extrem unwahrscheinlich, insbesondere bei einem langfristigen Anlagehorizont.